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    Was ist los in Ravensberg?

    Ravensberg im Carinerland

     

    Wegweiser Ravensberg Im Dezember 2003 kurz vor dem Weihnachtsfest packte ich meinen Rucksack und ging auf Wanderschaft. Weil ich die Ostsee so liebe, konnte mein Weg nur in Richtung Norden führen. Ins schönste Bundesland Deutschlands - Mecklenburg-Vorpommern. Und wie ich so mit großen Schritten über die Felder des Carinerland stolperte, stieß ich ausgerechnet auf's Ortseingangsschild von Ravensberg. Mir hat das Dörfchen auf Anhieb gefallen. Man gab mir ein Dach über den Kopf und ich blieb. Ravensberg liegt nicht am Ende der Welt, wie manch einer empfinden mag. Dem kann ich nur widersprechen.

     

    Wo liegt Ravensberg?

     

    Ortseingangsschild Ravensberg gehört wie die Orte Alt Karin, Neu Karin, Kamin, Bolland, Danneborth, Klein Mulsow, Krempin, Moitin und Zarfzow zur Gemeinde Carinerland. Die wiederum gehört zum Landkreis Bad Doberan. Deswegen fahren die Autos alle mit dem Kennzeichen "DBR-..." hier herum. DBR heißt ganz klar "Dicht bei Rostock", was ja auch geografisch stimmt. Eine Bürgermeisterin haben sie auch. Schützend hält sie ihre Hände über die nicht kleine Dorfgemeinschaft. Sie plant, verwaltet und organisiert alle Vorhaben in dieser Gemeinde.

    Ortseingang aus Richtung Neubukow Ortseingang aus Richtung Clausdorf Landschaft um Ravensberg Kühe in Krempin Ravensberger Windpark Unser neuer Spielplatz

     

    Alltag in Ravensberg

     

    Mittagsruhe 18233 Ravensberg hat ca. 265 Einwohner. Wir in Thüringen würden sagen, hier wohnen 3 Spitzbuben und ein Hund. Eine lange Dorfstraße prägt dieses Dorf. Die Hausnummern sind ein bisschen durcheinander, doch die Briefträger wissen bescheid. In diesem Dorf geht nichts verloren. In Ravensberg herrscht richtig Ruhe. Wenn zum Mittagsschlaf geläutet wird, dann wirft sich alles nieder und pennt, sogar Nachbars Hund. Während dieser Zeit kräht auch kein Hahn. Der Mecklenburger ist von Natur aus ein schüchterner Mensch und lebt zurückgezogen in seiner Familie. Ein Winken übern Gartenzaun oder ein kurzes "Hallo" - mehr Menschennähe ist ihm lästig. Meine Nachbarn von gegenüber sind etwas aus der Art geschlagen. Wir halfen uns gegenseitig wenn's klemmte und trafen uns in Abständen zum Plauderstündchen auf der Dorfstraße. Das machte mir Mut. Der typische Küstenbewohner redet nicht viel und unangemeldeter Besuch versetzt ihn in Panik. Die Einheimischen lieben ihre Gärten und fahren nicht an den Strand. Mir wurde berichtet, sie gehen auch nicht baden. Die Ostsee wäre sowieso viel zu kalt. Sie ignorieren einfach ihr Meer vor der Tür. Das kann ich nicht verstehen. Sie erzählten mir freudestrahlend, dass sie ja jederzeit an den Strand fahren könnten, wenn sie wollten. "Die Ostsee ist morgen auch noch da, da müssen wir heute nicht hin!" Tze! Wenn sie sich da mal nicht täuschen. Ich schau mindestens einmal in der Woche über die Dünen. Zieht einer irgendwann den Stöpsel, kann ich sagen: "Ich hab se gestern noch geseh'n!"

     

    Abschied von Ravensberg

     

    Nun haben wir das Jahr 2010 und es heißt für mich "Abschied" nehmen von Ravensberg. Das Dach, was ich einst bekommen hatte, fing an zu bröckeln und es regnete hinein. Es hielt den Stürmen und Gewittern einfach nicht Stand. Und da hätte ich kämpfen können wie eine Löwin, das hätte nichts gebracht. Ich bleibe auch lieber ein fröhlicher lebendiger Fisch, der sich aufmacht zu neuen Ufern. Aber ich möchte nicht versäumen, all denen Danke zu sagen, die mich am Ravensberger Landleben teilhaben ließen, bei denen ich ein- und ausgehen durfte, die mir geholfen haben in guten und in schlechten Zeiten und mit denen ich viel Spaß hatte - nicht nur auf der Dorfstraße oder zu Grillpartys. Heike und Nicole möchte ich besonders danken, denn die beiden waren immer für mich da, wenns zwickte und zwackte. Mit Nicole konnte ich so wunderbar über die Stürme der Liebe philosophieren und ihr Kuchen wird mir fehlen. Heike hat mich immer wieder aufgebaut, wenn ich im Boden versank und sie hat mich nie wie eine Flunder im Räucherofen hängen lassen. Ich danke Euch dafür! Aber auch all die Anderen, deren Weg ich ein Stück mit gehen durfte, die mich gefördert und gefordert haben, werde ich alle nicht vergessen! Für mich war es eine schöne Zeit bei Euch in Ravensberg - spannend und abwechslungsreich! Und ich kann eigentlich nur sagen: Bleibt schön gesund und munter, das wünsche ich Euch!

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